22.05.2015

Neues Handlungskonzept zum Älterwerden

Selbstbestimmt. Lebenswert. Mittendrin.

Die Stadt Hamm möchte zukünftig für alle Senioren die passenden Angebote vorhalten und das nach Möglichkeit direkt vor Ort  in der gewohnten Umgebung. Deshalb haben Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Fachbereichsleiter Theodor Hesse, die Seniorenbeiratsvorsitzende Franzis Schwarz sowie Ralf-Dieter Lenz und Oskar Burkert (Vorsitzende des Sozial- und Gesundheitsausschusses) das neue Handlungskonzept „Älter werden in Hamm! Selbstbestimmt. Lebenswert. Mittendrin“ vorgestellt.

Pressetermin: Mehrgenerationenhaus am Culmer Weg in Hamm-Norden
v. l. n. r.: Ralf-Dieter Lenz (stellvertretender Vorsitzender Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration), Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann, Seniorenbeiratsvorsitzende Franzis Schwarz, Fachbereichsleiter Theodor Hesse, HgB-Geschäftsführer Thomas Jörrißen, Oskar Burkert (Vorsitzender Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Integration), Heinz Elbers (Leiter des Amtes für Soziales, Wohnen und Pflege), Andreas Piper (Stellvertretender Abteilungsleiter Senioren- und Behindertenangelegenheiten).

Die Erwartungen an das Leben im Alter sind höchst unterschiedlich: Grund dafür sind neben dem jeweiligen Gesundheitszustand vor allem unterschiedlichen Voraussetzungen in Bildung und finanzieller Vorsorge. Denn bei aller Unterschiedlichkeit verbindet alle Senioren der Wunsch, möglichst lange im gewohnten Umfeld zu leben. 

Das Handlungskonzept soll in allen neun Sozialräumen der Stadt umgesetzt und in der engen Kooperation und Zusammenarbeit mit allen relevanten Gruppen, Einrichtungen und Trägern stetig verbessert werden. Die Bandbreite der Partner reicht von der Kirchengemeinde bis zur Hochschule Hamm-Lippstadt, die viele Studienangebote für Senioren vorhält. Sämtliche Maßnahmen werden durch die städtische „Wohn- und Pflegeberatung“, die seit wenigen Wochen im neuen Gesundheitscenter (Maximare) angesiedelt ist, koordiniert und gesteuert werden.  

„Neue Entwicklungen und Erfordernisse lassen sich nur unmittelbar vor Ort und im direkten Kontakt zu den Menschen erkennen: Deshalb setzen wir genau hier an. Gleichzeitig wollen wir alle notwendigen Daten sammeln und entsprechend auswerten, so dass alle weiteren Maßnahmen und Projekte auf einer fundierten Basis aufbauen“, erklärt Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Zudem soll das neue Handlungskonzept auch in Zukunft die Mobilität und Nahversorgungen in allen Sozialräumen sicherstellen.

Handlungskonzept baut auf Maßnahmen des NAIS-Projektes auf Fachbereichsleiter Theodor Hesse erklärt: „In ganz vielen Bereichen lässt sich feststellen, dass sich die Gesellschaft in einem rasanten Tempo wandelt: Unter anderem gibt es immer mehr Single-Haushalte, so dass in Zukunft immer häufiger Vereinsamung droht. Mit dem neuen Handlungskonzept versuchen wir diesen Veränderungen Rechnung zu tragen.  Dabei können wir an vielen Stellen auf Maßnahmen und Strukturen aufbauen, die wir seit 2005 mit dem NAIS-Projekt aufgebaut haben.“ Eine besondere Herausforderung liege in der wachsenden Zahl von Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund, die schon heute einen beträchtlichen Teil der Menschen jenseits der 60 ausmachen. „Vielfach werden die Migranten noch in ihren Familien versorgt. Aber auch hier gibt es Veränderungen. Nicht nur wegen der unterschiedlichen Kulturen stehen wir hier vor besonderen Herausforderungen stellen, sondern auch wegen der abnehmenden Deutschkenntnisse.“ 

Pflegende Angehörige im besonderen Fokus 
Über die Seniorinnen und Senioren hinaus liege zukünftig ein besonderes Augenmerk auf den pflegenden Angehörigen. „Es ist eine große Herausforderungen, einen alten Menschen zu pflegen: Diese Aufgabe beansprucht einen fast rund um die Uhr. Durch entsprechende Angebote wollen wir sicherstellen, dass die Angehörigen nicht irgendwann selbst krank werden“, betont Fachbereichsleiter Theodor Hesse. 

Die unterschiedliche Projekte und Partner sollen durch die städtische Wohn- und Pflegeberatung koordiniert und begleitet werden. Die Büros der Stadt Hamm sind ganz gezielt im neuen Gesundheitscenter angesiedelt worden, weil das „Maximare“ zu den beliebtesten Freizeiteinrichtungen für ältere Menschen in Hamm gehört: „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass sich die Menschen in Hamm frühzeitig mit den Bedürfnissen des Alters auseinandersetzen: Im neuen Gesundheitscenter sind die Hürden dafür nicht ganz so hoch wie an anderen Stellen“, betonen Ralf-Dieter Lenz und Oskar Burkert als Vertreter des Sozial- und Gesundheitsausschusses. Die neue Musterwohnung zeige zudem, dass sich mit kleinen und großen Hilfsmitteln eine Menge erreichen lasse, so dass alte Menschen deutlich länger in der eigenen Wohnung verbleiben können. „Es wäre toll, wenn dieses Beispiel auch private Investoren für das Thema sensibilisieren würde: Zumal etliche Hilfen nicht nur alten Menschen das Leben erleichtern, sondern auch Menschen mit Behinderungen und Familien mit Kindern. In der barrierefreien Gestaltung des vorhandenen Wohnangebotes liegt mit die größte Herausforderung für die Zukunft.“ Das habe das Handlungskonzept „Wohnen und Pflege“ deutlich gezeigt.

Nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance 
Neben den Veränderungen und Herausforderungen betont das vorgestellte Handlungskonzept aber auch neue Chancen und Perspektiven, die sich für eine Stadt wie Hamm durch den Demographischen Wandel ergeben. Schließlich sind etliche Menschen jenseits der 60 noch viele Jahre fit und aktiv. „Die Bedeutung des Gesundheitsstandortes wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen: Zumal die zahlreichen Sport- und Gesundheitsangebote präventiv einen großen Beitrag dazu leisten, dass die Seniorinnen und Senioren lange aktiv bleiben und das eigene Leben selbst gestalten können“, betont Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Neue Perspektiven sieht der Oberbürgermeister auch für das Ehrenamt, weil viele Menschen nach dem Beruf eine sinnvolle Aufgabe suchen, die sie im Engagement für die Gesellschaft häufig finden. „Darüber hinaus wollen wir das Miteinander der unterschiedlichen Generationen fördern: Ich bin mir sicher, dass von diesem Miteinander beide Seiten profitieren, weil jede Generation ihre besonderen Stärken hat.“