25.08.2011

Sonderausstellung vom 02.12.2012 bis 03.02.2013

HIER UND JETZT - Aktuelle Kunst in Hamm und in der Region Westfalen

Seit 1995 ermöglicht das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm im Turnus von vier Jahren Künstlerinnen und Künstlern in Hamm und in der Region Westfalen, ihre aktuellen Werke in einer Sonderausstellung zu zeigen. In dieser Präsentation wurden Arbeiten in den Sparten Malerei, Zeichnung, Druckgraphik, Fotografie und Skulptur von Künstlerinnen und Künstler aus Hamm und der Region Westfalen gezeigt. Die ausgestellten Werke wurden durch eine Fachjury ermittelt. 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sonderschau sind zugleich Kandidaten für den Kunstpreis der Stadt Hamm. Der Kunstpreis wird alle vier Jahre von der Marianne-Vogel-Stiftung der Volksbank Hamm, dem Kunstverein Hamm e.V. und der Stadt Hamm vergeben und ist mit 7000 EURO dotiert.

Der Kunstpreis der Stadt Hamm 2013 wurde am 03.02.2013 an die Künstlerin Lena von Gödeke verliehen. Die Auszeichnung erhielt sie mit dem Werk GOOD NIGHT AND GOOD LUCK, 2011 (Scherenschnitt in Papier zwischen Acrylglas 185 x 210 x 170 cm)

Informationen zur Preisträgerin:  

Lena von Gödeke, geb. 1983 in Duisburg, studierte von 2005-2011 Freie Kunst an der Akademie Münster bei Prof. Michael van Ofen, 2009 an der Kunstakademie in Trondheim, Norwegen und seit 2011 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Luca McKendzie. 2010 wurde sie zur Meisterschülerin (Prof. Ofen) ernannt. Im gleichen Jahr erhielt sie den Förderpreis der Freunde und Förderer der Kunstakademie Münster e.V. sowie das Gotland-stipendium des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, 2012 erhielt sie ein Stipendium des Kunstvereins Greven. Lena von Gödeke lebt und arbeitet in Münster und Düsseldorf.Lena von Gödeke nahm an Ausstellungen teil, u.a. EXIL.MALEREI, Künstlervereinigung Münster (2008); Kuboshow.Junge Kunst im Revier, Flottmannhallen Herne (2008/09); Contemporarily not available, Kunstverein Warendorf (2010); Kunst in der Region, Kunsthaus Kloster Gravenkorst, Hörstel (2011) und zeigte ihre Arbeiten in Einzelausstellungen u.a. Leave No Trace, GoCart Gallery, Visby, Schweden (2010); Morgen letzter Tag, Kunst-raum Unten, Bochum (2011) und Moving clouds to get a clearer view, Kunstverein Greven (2012).Mit dem Scherenschnitt hat die Künstlerin ein lange unterschätztes traditionelles Medium wiederentdeckt, das sie mit Hilfe von Skalpell und moderner Grafik in das Hier und Jetzt der Gegenwartskunst transferiert. Trotz der Fragilität des Papiers entstehen durch geschickte Kontrastsetzungen zusammenhängende Bildsysteme, deren kleinste Teile ebenso wichtig für den Zusammenhalt des Motivs sind wie die große Komposition und die trotz der vorgegebenen Nichtfarbe der kunsthistorischen Vorlage (Das Floß der Medusa, 1818/19 von Théodore Géricault) mit Tiefenwirkung und Schattierungen gerecht werden. Diese Motive des kollektiven Kunstgedächtnisses, die die Künstlerin an der Belastungsgrenze des Materials aus den Papierbögen herauslöst, werden durch geschickte Übersetzung von Farben und Formen in Leerstelle und Oberfläche und Einflechten von symbolischen und autobiografischen Elementen nicht zu schwarz-weiß Abbildern, sondern reflektieren und dekonstruieren als modernes Werk unsere Sehgewohnheiten in Bezug auf kunsthistorische Ikonen sowie ihre eigene Rolle als Künstlerin des 21. Jahrhunderts.

Die Bewertung der Jury

„Die Künstlerin schafft den Spagat, eine Ikone der Kunstgeschichte in unsere Zeit zu adaptieren. Sie beleuchtet den historisch politischen Moment und reflektiert ihn durch sensible Veränderung für die heutige Zeit. Die Arbeit zeugt, neben großem handwerklichem Können, von überlegter technischer Umsetzung und künstlerisch freiem Geist. Sie ist ein Stück Kunst oder Kunst-Stück, das nicht nur sich selbst genügt. Das Bild als Neuzugang für die Sammlung hat die Kraft, auf Dauer den Betrachter einzufangen und anzuregen, über Geschichte, Kunstgeschichte und Gegenwart und über deren Zusammenhänge zu reflektieren.“  

Der von der Marianne-Vogel-Stiftung der Volksbank Hamm eG und dem Kunstverein Hamm e.V. und der Stadt Hamm ausgelobte Kunstpreis ist in Höhe von 7000 € dotiert. Die künstlerische Arbeit GOOD NIGHT AND GOOD LUCK, 2011 von Lena von Gödeke wird dem Gustav-Lübcke-Museum in Hamm als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Den Publikumspreis in Höhe von 1000 €, ebenfalls von der Marianne-Vogel- Stiftung der Volksbank Hamm eG zur Verfügung gestellt, erhielt der Künstler Tim Cierpiszewski mit seiner monumentalen Wandmalerei (o. T.)

Die letzten drei Kunstpreisträger der Stadt Hamm sind:
Margarete Hesse 2004
Christoph Platz 2008
Lena von Gödeke 2012/13

 

Sonderausstellung:

HIER UND JETZT - Aktuelle Kunst in Hamm und in der Region Westfalen

02.12.2012 - 03.02.2013

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5,00 Euro
Ermäßigte: 3,00 Euro
Familienkarte 11,00 Euro

Weitere Infos zum Thema