20.12.2017

Wagner und Schumann

Romantik pur

Richard Wagner: Tannhäuser-Ouvertüre
Robert Schumann: Klavierkonzert a-Moll op. 54; Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

Herbert Schuch, Klavier
Nordwestdeutsche Philharmonie
Frank Beermann, Leitung

Die beiden großen Antipoden der deutschen Romantik, Wagner und Schumann, begegneten sich nicht nur Mitte des 19. Jahrhunderts in Leipzig und Dresden. Sie begegnen sich auch in Hamm. Zwei Sachsen, die gegensätzlicher nicht sein können: der stille Schumann aus Zwickau, der sich immer mehr in sich selbst zurückzog, und der energische Wagner aus Leipzig, der meinte, die Welt sei ihm viel schuldig.

Hamm schuldet Wagner Dank für unvergessliche Momente mit den konzertanten Aufführungen seiner Opern. Schumann ist Hamm noch fremd. Dabei war Frank Beermann neun Jahre lang Chef der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz. Außerdem waren sich Schumann und Wagner freundlich-kollegial verbunden. Schumann erklärte nach dem ersten Zusammentreffen mit Wagner einem Freund: „Wagner hat mir gut gefallen, nur redet er ununterbrochen." Wagner wiederum urteilte: „Ein großartiger Mensch, dieser Schumann, nur schweigt er in einem fort." In jedem Fall fügt sich die musikalische Begegnung der beiden in die romantische Tradition ein, die Frank Beermann im KlassikSommer begründete.

Die Tannhäuser-Ouvertüre, zuletzt 2005 in der Alfred-Fischer-Halle zu hören, breitet einen flirrenden Streicherglanz-Klangteppich aus. Herbert Schuch, seit Jahren ein Freund des Hammer Festivals, spielt anschließend Schumanns Klavierkonzert, ein Werk, von dem die französische Meisterpianistin Hélène Grimaud sagt, es sei „vermutlich das empfindlichste, heikelste, speziellste aller Klavierkonzerte.“ Schumanns Virtuosenstück gilt als Quintessenz der Klavierkonzerte der Epoche.

Schumanns sinfonische Revolution – die Sinfonie Nr. 4 – schließt an. Sie war 1842 bei ihrer Uraufführung ein Misserfolg: zu neu, zu experimentell, zu düster war sie. Fast nahtlos lässt Schumann die Sätze ineinanderfließen. Dieses Werk ist eine vollkommene Einheit und darin dem Klavierkonzert ähnlich. 1849 gönnte Schumann dem unverstandenen Werk eine erfolgreiche zweite Fassung.

Termin

Samstag, 23. Juni 2018, 20.00 Uhr

Alfred-Fischer-Halle
Sachsenweg 10
59073 Hamm