19.12.2016

KlassikSommer

Seit Jahren ist der KlassikSommer eine feste Größe im sommerlichen Veranstaltungskalender der Stadt Hamm. Neben großer Chorsinfonik, konzertanten Operaufführungen sind es vor allem die kleinen Konzerte an außergewöhnlichen Orten, die dem Hammer Klassik-Festival eine ganz besondere Atmosphäre mit exquisiten Musikinhalten verleihen. Der KlassikSommer ist Kulturpartner des WDR.

KlassikSommer 2017: „Sehnsucht│Heimat“

Europa wird zum Begegnungsort der Kulturen - auch im KlassikSommer 2017. „Sehnsucht│Heimat“ ist  das Programm überschrieben und widmet sich der Musik von Menschen, die sich als (Aus-)Wanderer von ihrer alten und der neuen Heimat inspirieren ließen.

Wanderungen, der Verlust der alten Heimat und die Suche nach einer neuen in der Fremde sind eine Grunderfahrung des Menschen. Immer schon spiegelte sich diese Grunderfahrung in der Musik, sei es in den volksmusikalischen Forschungen von Bartók oder Brahms, sei es in der Fusion von Klassik, Jazz und amerikanischer Folklore, die Dvořák, Gershwin und andere nach ihnen entwickelten. Musik ist ein perfekter Ort für Begegnungen verschiedener Kulturkreise gerade weil sie keine Sprachbarrieren kennt.

Zentrales Projekt des KlassikSommers 2017 ist deshalb die Carmina Burana, gesungen von einem Chor, der Sängerinnen und Sänger vieler Nationalitäten und Flüchtlinge, die in Hamm eine neue Heimat fanden, zur Mitwirkung einlädt. Carl Orffs Meisterwerk, das den Menschen als Spielball der Glücksgöttin Fortuna zeigt, der dem Schicksal ausgeliefert ist und trotzdem die Freuden des Lebens im Alltäglichen genießt, ist wie kaum ein anderes Werk für ein solches Vorhaben geeignet. Nicht zuletzt, weil die Lieder auf Lateinisch gesungen werden, einer Sprache, die auch in Deutschland kaum einer noch versteht.

Der Zwiespalt von Sehnsucht nach der Heimat und Neugier auf das Fremde prägt auch weitere Programme des neuen Festivaljahres: Ethno-Pop aus Israel zusammen mit Andreas Scholls überirdisch schönem Tenor, melodiöser Gesang dreier verzaubernder Feen auf Ladinisch, Balkan-Tunes für Saxofone mit Akkordeon und Schlagzeug - das wirklich Aufregende spielt sich in der Musik meist in den Grenzbereichen zwischen den Stilen ab. Mit Entdecker-Lust führt der KlassikSommer Sie daher immer wieder gerne in diese Nischen, die wirklich neue Musikerlebnisse bergen. Ihrem Wesen nach war klassische Musik immer schon grenzenlos: Auch Mozart, Beethoven und Brahms sprengten das Korsett der Erwartungen, die ihre Zeit an klassische Musik hatte, griffen auf „Popularmusik“ zurück, auf Tänze und Volkslieder. Eben weil wirklich gute Musik über ihre Entstehungszeit und deren Begrenzungen hinausgeht.

Begrenzungen aufheben ist der zweite Leitgedanke des KlassikSommers. Noch vor einiger Zeit wirkte ein solcher Gedanke ziemlich antiquiert, fühlte sich für die – zumindest westeuropäische – Welt des 21. Jahrhunderts in vielerlei Hinsicht grenzenlos an: Liberal schien das Adjektiv der modernen Gesellschaften zu sein, Schengen ließ das Empfinden von politischen und geografischen Grenzen verblassen. Den Experimentierwillen von Kunst versuchte kein rigider Traditionalismus mehr zu fesseln. Und jetzt? Grenzen sind wieder ein Thema, mit dem sich auch die Musik auseinandersetzt. Die ja im Übrigen immer zu sozialen und politischen Fragestellungen viel zu sagen hatte. Der KlassikSommer 2017 tut es, tun Sie es auch!

KlassikSommer 2017 vom 22. Juni bis 22. Juli

Das komplette Programm liegt an vielen Stellen kostenlos aus und steht hier zum Download bereit. Der Vorverkauf läuft.

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