16.10.2017

Druckfrisch! Der Bereich Zeitungsgeschichte

In der neuen Dauerausstellung zur Hammer Stadtgeschichte im Gustav-Lübcke-Museum erwartet die Besucher ein besonderer Höhepunkt – ein eigener Bereich zur Zeitungsgeschichte mit modernen Computerstationen, einem Quiz und einem Reporter, der auf Zeitreise geht. Eingerichtet wurde dieser Abschnitt mit der Unterstützung der gemeinnützigen Zeitungsmuseum GmbH, über die das Museum auch einige neue Exponate wie die eindrucksvolle Kniehebelpresse oder das historische Lastenfahrrad erhalten hat. „Es geht bei der Kooperation darum, neben der Geschichte des Zeitungswesens am Beispiel des Westfälischen Anzeigers auch einen Eindruck vom heutigen Alltag in einer Zeitungsredaktion zu vermitteln“, erläutert Dr. Friederike Daugelat, Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums, das Konzept. Besonders Schulklassen sollen hier lernen können, wie sich die Nachrichtenproduktion entwickelt hat und zwar, in dem sie selbst zu Journalisten werden. „Man kann an einem Medienterminal eine eigene Zeitungsseite gestalten“, so Daugelat weiter. „Unter pädagogischer Anleitung können Schüler selbst Artikel zur Hammer Stadtgeschichte schreiben und diese zusammen mit Bildern in eine Zeitungsseite einstellen.“ Auch Einzelbesucher können sich eine solche Seite mit nach Hause nehmen – versehen mit einem persönlichen Foto als Andenken an ihren Aufenthalt im Gustav-Lübcke-Museum.

Wer sich für besondere Ereignisse der Geschichte interessiert, hat direkt im Museum Zugriff auf das digitale Archiv des Westfälischen Anzeigers. Außerdem können Besucher ihr historisches Wissen testen und in einem Schlagzeilen-Quiz erraten, wie die örtliche Zeitung beispielsweise große Ereignisse der Weltgeschichte betitelt hat. Hinter der richtigen Antwort verbirgt sich zugleich die ausführliche Berichterstattung zum Thema. Und noch eine Besonderheit gibt es im Zusammenhang mit der Zeitungsgeschichte im Gustav-Lübcke-Museum zu entdecken – die Hammer Museumsnachrichten.

In sieben Filmen werden hier wichtige Stationen der Hammer Stadtgeschichte lebendig. Schauspieler der Waldbühne Heessen sind in unterschiedliche Kostüme geschlüpft und präsentieren etwa den Hammer Bierstreit, die Preußenzeit in Hamm, die Auswirkungen des großen Grubenunglücks von Radbod oder den Nahrungsmangel nach dem Ersten Weltkrieg. Immer live dabei – Radio-Lippe-Reporter Jens Heusener, der seine Zuschauer mit auf diese spannenden Zeitreisen nimmt. Während seine Kollegin Colleen Sanders im Studio die historischen Hintergründe liefert, spricht Heusener mit den Hammer Freiheitskämpfern oder Wochenendausflüglern des Maxiparks. „Eine gelungene Mischung“, findet Friederike Daugelat. „Die Stadtgeschichte wird dadurch richtig lebendig – und so können wir vielleicht auch einigen Besuchern die Angst vor der ,Hemmschwelle Museum‘ nehmen. Die Filme sind gar nicht museal und machen richtig Spaß.“

Abgespielt werden die Videos auf den neuen Multimediaguides, die der Museumsverein Hamm e.V. dem Gustav-Lübcke-Museum aus Anlass seiner Wiedereröffnung zum Geschenk gemacht hat. „Vor allem das pädagogische Angebot des Museums ist uns wichtig“, sagt der Vereinsvorsitzende Ulrich Schäfer. „Bei den Multimediaguides haben wir deshalb ganz bewusst auf moderne Technik gesetzt, um auch junge Leute zu erreichen: Die Inhalte des Guides lassen sich unkompliziert auf das eigene Smartphone laden.“ Außerdem kann jeder den elektronischen iPod-Führer kostenlos an der Kasse ausleihen. Neben den Museumsnachrichten können Besucher über den Multimediaguide auch einen Audiorundgang zu den Höhepunkten der Sammlung abrufen, es gibt Songs aus der Jukebox in der Stadtgeschichte zu hören oder das Lied vom Hammer Bahnhof, das Reinhard Mey 1962 aufgenommen hat. „Wenn alle Abteilungen geöffnet sind, kann man hier das ganze Museum in 60 Minuten erleben“, erklärt Direktorin Daugelat. Später sollen vertiefende Rundgänge durch die einzelnen Abteilungen folgen. Begrüßt werden die Besucher übrigens von einer prominenten Stimme aus Hamm – der des Schauspielers Leonard Lansink. Lansink wurde in Hamm geboren und ermittelt seit einigen Jahren erfolgreich an Fernsehdetektiv Wilsberg in Münster. Über seine Heimat sagt er: „Ich schätze an Hamm besonders das große kulturelle Angebot und die Schönheit der Stadt.“

Ein Lastenfahrrad