16.10.2017

Bildschön! Die Abteilung Kunst des 20. Jahrhunderts

„Das 20. Jahrhundert ist eine Epoche voller Gegensätze. Wir möchten unseren Gästen einen Eindruck von dieser Vielschichtigkeit geben, von den einzelnen Stilrichtungen, Haltungen und Strömungen.“ So beschreibt die Kuratorin Dr. Diana Lenz-Weber den Charakter ihrer Abteilung. Die Präsentation ist eine Einladung zu einem Streifzug von der Moderne bis zur Gegenwart. Ausgangspunkt sind die noch ganz traditionell gehaltenen Werke des späten 19. Jahrhunderts, Zielpunkt ist die zeitgenössische Kunst wie sie sich etwa am Beispiel von Lena von Gödeke zeigt, der Kunstpreisträgerin der Stadt Hamm von 2013.

Ein Schwerpunkt der Museumssammlung liegt auf dem Expressionismus. „Hier bieten wir Besuchern einen besonderen Zugang: Ein Bereich widmet sich speziell dem bekannten Maler Wilhelm Morgner“, sagt Dr. Diana Lenz-Weber. „Unser Multimediaguide stellt das Leben des Künstlers exemplarisch vor, hier kann man ganz in seine Zeit eintauchen.“ Überhaupt wird das Thema Vermittlung in dieser Abteilung ganz groß geschrieben. „Wir lassen keinen Besucher mehr allein vor einem Bild stehen. Die Ausstellung soll nicht nur ein ästhetisches Erlebnis sein, sondern fast jedem Werk ist ein erklärender Text zugeordnet. Mal geht es dabei um die wichtigsten Stationen des Künstlers, mal um besondere Charakteristika der einzelnen Arbeiten. Aber immer bietet sich dem Besucher ein lebendiger Zugang zu den ausgestellten Stücken“, ergänzt die Kuratorin. „Ich möchte, dass der Künstler auch als Person greifbar wird, um so die Neugier auf sein Schaffen zu wecken.“ Und auch an die jungen Besucher hat sie gedacht: In der Ausstellung gibt es Rätsel- und Suchspiele, die einen kindgerechten Zugang zu den Bildern bieten.

Der Streifzug durch die Kunst geht nach dem Expressionismus weiter über die Neue Sachlichkeit, der letzten noch einigermaßen allgemein verbindlichen Stilrichtung des 20. Jahrhunderts, bevor es dann nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer wahren Vielfalt unterschiedlicher Haltungen in der Kunst kommt – zwischen Abstraktion und neuer Gegenständlichkeit. Hier zeigt sich ein weiterer Schwerpunkt der Sammlung: das Informel, dem z.B. Positionen der Konkreten Kunst gegenübergestellt werden. Insgesamt vierzig Bilder zeichnen den Gang durch die wechselnden Positionen exemplarisch nach. Wichtige Namen sind dabei u.a. Franz von Lenbach, August Macke, Hermann Stenner, Emil Nolde, Fritz Winter, Wols oder Peter Brüning. Hinzu kommt ein Kabinett mit wechselnden Präsentationen unter dem Motto „Viel zu schade für die Lade“. Zum Auftakt zeigt Dr. Diana Lenz-Weber dort eine Auswahl von Künstlerholzschnitten von 1900 bis zur Gegenwart aus der hauseigenen Grafiksammlung.

Gemälde eines Mannes auf einem Hügel