19.08.2016

Zwischenbilanz zum Modellprojekt „STARK“
„Unsere Erwartungen wurden übertroffen“

Die Zwischenbilanz des Modellprojekts „STARK“ ist beachtlich: in einem Jahr wurden 576 Eltern und Kinder mit gezielten Bildungs- und Sprachförderungen erreicht, fast 60 Prozent der beteiligten Kinder haben sich deutlich verbessert.

Das Erfolgsprojekt soll nicht nur für weitere zwei Jahre im Hammer Westen und in Herringen fortgesetzt, sondern auf andere Stadtteile ausgeweitet werden. Für Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann ist die große Nachfrage nach „STARK“- Angeboten eine Bestätigung der Arbeit im Bereich vorsorgender Sozialpolitik: „Ursprünglich hatten wir mit mehr Anlaufschwierigkeiten und geringeren Zahlen gerechnet. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass unsere Erwartungen sogar übertroffen wurden.“ Das Modellprojekt „STARK“ wurde im Stadtteil Hamm Westen und im Stadtbezirk Herringen eingeführt, um die frühkindliche Bildung und Entwicklung zu verbessern und die Kinder durch gezielte Förderung fit für die Schule zu machen. Insgesamt investierte die Stadt Hamm dafür rund 565.000 Euro an elf Kindertagesstätten und zwei Grundschulen. „In den kommenden beiden Jahren wollen wir jährlich zwei bis vier Kitas neu in das Projekt aufnehmen, um so die Förderung Stück für Stück in andere Stadtteile zu übertragen“, erklärt Hunsteger-Petermann. „Allerdings warne ich davor, kurzfristige und überzogene Erwartungen zu haben“, ergänzt der OB.

60 Prozent der Kinder haben sich verbessert
Die Arbeit der eingesetzten Elternbegleiterinnen und -begleiter im Projekt "STARK" besteht in erster Linie darin, Eltern Angebote für eine gezielte Sprach- und Elternbildung sowie für persönliche Beratung oder Begleitung zu machen. "Wir möchten Eltern unterstützen, ihr Zuhause so zu gestalten, dass die Entwicklung und Bildung der Kinder gefördert wird", erzählt Theo Hesse, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales. Allein im vergangenen Jahr wurden 85 Kontrakte (schriftliche Vereinbarung zur Förderung und Selbst-Verpflichtung der Eltern) mit Eltern geschlossen. Zusätzlich zu den dadurch betreuten 187 Kindern kommen mehr als 300 Teilnahmen von Eltern an einzelnen Bildungsveranstaltungen. Besonders erfreulich: Die jährliche Ausweitung (bei unter Dreijährigen halbjährlich) zu Entwicklung, Sprache und Sozialkompetenz zeigt deutliche Fortschritte bei den Kindern. Bei mehr als der Hälfte (57,5 Prozent) wurden deutliche Verbesserungen beobachtet und nur bei 27,5 Prozent besteht "intensiverer Hilfebedarf". Die dort zu leistenden Hilfestellungen können ganz unterschiedlich sein - beispielsweise durch die gemeinsame Erarbeitung von Tagesabläufen, Tipps zu pädagogisch wertvollen Spielen und Büchern, Sprachkurse oder einfach als ständiger Ansprechpartner bei auftauchenden Problemen.

„STARK“- Konzept als Fundament
Das Konzept und Controlling von „STARK“ diente als Fundament der Bildungsbegleitung nach dem Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT). In diesem Sommer findet der erste Wechsel vom Projekt „STARK“ (Elternbegleitung) zur Bildungsbegleitung statt. Mittelfristig sollen beide Projekte in Schulen und Stadtteilen kind- und familiengerecht ineinander übergehen, um Doppelbetreuungen zu vermeiden. 

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Foto: Kristina Bolt