19.08.2016

Lippepark Hamm:

Internationaler Preis dank Beteiligung
Die internationale Jury hat entschieden: Der Lippepark gehört zu den gelungensten kindgerechten Stadtentwicklungsprojekten Europas. „Das ist eine tolle Auszeichnung für alle Beteiligten, für die Fachämter genau so wie für die Kinder und Jugendlichen, die mitgearbeitet haben“, freut sich Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann. Schon die Nominierung für den Preis sei eine Auszeichnung gewesen, mit dem zweiten Platz sei man sehr zufrieden: „Auch wenn wir uns natürlich nicht gegen den ersten Platz gewehrt hätten“, fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu.

Jury lobt „zukunftsorientierte Stadtplanung“ in Hamm
Für den Preis nominiert waren die Region Emilia (Italien), Maribor (Slowenien) und aus Deutschland die Städte Oldenburg und Hamm. Am 14. Mai wurden im Rahmen eines Empfangs im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart dann die Preisträger bekannt gegeben. Den Preis für das Projekt „Im Westen was Neues“ nahmen Andreas Mentz, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes und Projektleiter „Lippepark Hamm“, Katja Meusel (Mitarbeiterin für den Bereich Bürgerbeteiligung, Axel Ronig (Leiter des Jugendamtes) und Brigitte Wesky (Kinderbeauftragte) entgegen. Den ersten Platz belegte Oldenburg, den dritten Rang erreichte die Region Emilie (Italien) und Vierter wurde Maribor (Slowenien). Dieser Wettbewerb des internationalen Netzwerks „Cities for children“ wird von der Stadt Stuttgart und der Robert-Bosch-Stiftung initiiert und durch drei europäische Institutionen (The Congress of Local and Regional Authorities of the Council of Europe, the Council of European Municipalities and Regions and The Committee of the Regions) unterstützt. Die Jury hob insbesondere die gelungene Beteiligung hervor. Kinder und Jugendliche, welche die Möglichkeit haben, sich aktiv einzubringen und selbst mit zu entscheiden, identifizierten sich nicht nur mit den gemachten Investitionen stärker, sondern sie erlernten auch einen wichtigen demokratischen Prozess der Teilhabe und Inklusion. Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung und insbesondere in Hinblick auf den demografischen Wandel sei die Einbindung von Kindern und Jugendlichen daher ein wesentliches Element der zukunftsorientierten Stadtplanung in Hamm.

Bürgerbeteiligung steht auf drei Säulen
Die Erarbeitung und die Umsetzung von „Im Westen was Neues“ erfolgte von Anfang an unter umfassender Beteiligung der Bürgerschaft. Die Partizipation umfasste neben der Information auch die aktive Mitwirkung und Einbindung in Entscheidungsprozesse. Die Bürgerbeteiligung steht dabei auf drei Säulen: Durch die institutionalisierte Beteiligung mittels des aus einer Bürgerinitiative hervorgegangenen Bürgerbeirats findet eine permanente, verfahrensmäßig verbindliche und vom Rat der Stadt Hamm bevollmächtigte Art der Mitwirkung über Multiplikatoren und Stellvertreter statt. Die Verwaltung übernimmt die Geschäftsführung des Beirats, für das Projekt bedeutsame Institutionen sind durch nicht stimmberechtigte Beisitzer im Beirat vertreten. Daneben werden über verschiedene methodische Ansätze Beteiligungsangebote für breite Bevölkerungsgruppen angeboten, die z.B. Bürgerwerkstätten, Bürger-Informationsgespräche oder Infostände bei Veranstaltungen vor Ort umfassen, und somit auch leicht zugängliche Beteiligungsangebote offerieren. Die dritte Säule bildet die zielgruppenspezifische Beteiligung, die jeweils eine definierte Teilgruppe der Bevölkerung anspricht.

Kinder und Jugendliche werden „Miteigentümer“
Dabei liegt der Schwerpunkt insbesondere auf der Einbindung von Kindern und Jugendlichen, die als spätere Nutzer des Sport- und Freizeitangebotes selbst an der konkreten Ausgestaltung der verschiedenen Elemente mitwirken können. So konnten bei bisher drei Jugendcamps die Jugendlichen die Gestaltung des Funsportbereiches auf dem Schacht-Franz-Gelände mitbestimmen. Sie wünschten sich beispielsweise ein großes Skate-Areal, Aufenthaltsbereiche, einen Trinkbrunnen, eine Kletterwand und eine Parkour-Anlage. Darüber hinaus konnten interessierte Jugendliche im Rahmen eines Workshops im Jugendzentrum Herringen die verschiedenen Elemente des Skate-Areals selbst auswählen. So entschieden sie sich zum Beispiel für einen Pool sowie die Elemente „Curb“, „Bank“ und „Table“. Die grundlegende Idee ist dabei, dass Kinder und Jugendliche, die aktiv an der Planung, an der Auswahl der finanzierbaren Elemente und an der Umsetzung der Projektideen mitgewirkt haben, Verantwortung übernehmen, sich als Initiatoren und „Miteigentümer“ der gebauten Anlagen verstehen.

Bildnachweis
Foto: Kristina Bolt,