Kurzzeitpflege

Kurzzeitpflege bietet Pflege auf Zeit in den Fällen, in denen vorübergehend weder häusliche noch andere nichtstationäre Pflegearrangements in Frage kommen.

Gründe für den Bedarf an Kurzzeitpflege gibt es verschiedene, z. B. akute Krisensituationen oder vorübergehender Bedarf zur Organisation der häuslichen Pflege nach einem Krankenhausaufenthalt oder während einer schweren Erkrankung des Pflegenden bzw. zur zeitweisen Entlastung des Pflegenden.

In einer Kurzzeitpflegeeinrichtung bzw. in einer vollstationären Einrichtung mit sog. eingestreuten Kurzzeitpflegeplätzen werden pflegebedürftige Menschen über einen begrenzten Zeitraum von längstens vier Wochen im Kalenderjahr vollstationär versorgt. Die Pflegekassen übernehmen dazu die Pflegekosten in Höhe von zurzeit bis zu 1.550,00 Euro.

Für die Aufwendungen für Unterkunft und Verpflegung muss die/der Pflegebedürftige selbst aufkommen. Auch die Investitionskosten (Kosten für die Errichtung der Gebäude = Miete) sind darin nicht enthalten.

Regelmäßig besteht aber die Möglichkeit, dass der Sozialhilfeträger des eigentlichen Wohnortes die Investitionskosten für die Zeit der Kurzzeitpflege pauschal in Form eines bewohnerbezogenen Aufwendungszuschusses erstattet. Der Antrag hierzu kann allerdings nur von den Pflegeeinrichtungen direkt beim Sozialamt gestellt werden.

Deshalb achten Sie bitte darauf, dass die Investitionskosten Ihnen nicht in Rechnung gestellt wurden. Der Zuschuss wird allerdings nur gewährt, wenn der Nutzer der Pflegeinrichtung für die Dauer seines Aufenthaltes tatsächlich einen Anspruch nach § 39 Sozialgesetzbuch XI (SGB XI) bzw.Verhinderungspflege  § 42 SGB XI Kurzzeitpflege hat. Die vorläufige Einstufung im Krankenhaus reicht hierfür noch nicht aus.

Damit der Antrag fristgerecht von der Einrichtung gestellt werden kann, muss der Nutzer der Einrichtung umgehend Nachweise über die Bewilligung der Kurzzeitpflege bzw. Verhinderungspflege vorlegen.

Pflegebedürftige mit erheblich eingeschränkter Alltagskomptenz (z.B. Demenz) haben zudem zusätzlich einen Anspruch auf bis zu 2.400 Euro jährlich für besondere Betreuungsangebote. Diese zusätzlichen Leistungen können auch uneingeschränkt für alle mit der Kurzzeitpflege verbunden Kosten eingesetzt werden. Voraussetzung ist, dass die eingeschränkte Alltagskompetenz vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen festgestellt worden ist. Auch Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz der so genannten Pflegestufe "0" erhalten seit dem 01.07.2008 diese Leistungen für besondere Betreuungsangebote.

Nähere Hinweise bekommen Sie bei der Pflegeberatung der Stadt Hamm.