05.01.2017

Interkulturelle Bibliotheksarbeit

Interkulturelle Bibliotheksarbeit der Stadtbüchereien Hamm

Die Stadtbüchereien Hamm haben vor etwa einem Jahrzehnt aktiv begonnen, sich um das Thema der interkulturellen Bibliotheksarbeit zu kümmern – nach einigen Jahren relativer Untätigkeit, die ihrerseits auf den Multikulti-Hype der 80er und 90er Jahre folgte.

Basis aller Konzeptionen und Entwicklungen ist das Wissen um die Besucher und ihre Erwartungen. Zu diesem Zweck wurde 2009 -noch im Zentralbibliotheksgebäude an der Ostenallee- eine Kundenbefragung mit Fokus auf das Thema Zuwanderungsgeschichte  in Zusammenarbeit mit der FH Köln durchgeführt. Die Verfasser halten in ihrer Analyse fest (erweiterte Fassung, nicht im Internet abgelegt), dass die Zentralbibliothek als Kultur- und Bildungseinrichtung (überproportional) viele Menschen mit Migrationshintergrund als Kunden hat.

Dieser Anteil hat sich mit der Eröffnung der neuen Hammer Zentralbibliothek im Heinrich-von-Kleist-Form (Ende Februar 2010) noch einmal substantiell erhöht, auch wenn aktuelle empirisch erhobene Daten bedauerlicherweise (aus Kostengründen) nicht vorliegen. Die Untersuchung gibt einige Empfehlungen, wo Desiderate für die weitere interkulturelle Arbeit der Stadtbüchereien Hamm gesehen werden:

  •  Marketingmaßnahmen (auch schriftlich) für verschiedenen Zielgruppen, z.B. ältere und berufstätige Migranten/innen

     

  • Intensivierung der Zusammenarbeit mit Hauptschulen [diese Empfehlung wird aufgrund des dramatischen Hauptschulsterbens der vergangenen Jahre nicht weiter thematisiert]

     

  • Medienbestand im Sprachbereich ergänzen

     

  • Mehrsprachige Ausrichtung in der Bezirksbücherei [Herringen] ausbauen

     

  • Veranstaltungsarbeit für verschiedene Zielgruppen verbessern

 

Eine ausführliche Version dieser Empfehlungen können Sie unten herunterladen.

 

Die Webseite www.interkulturellebibliothek.de bietet Fachleuten und Interessierten ein gebündeltes Wissen zum Thema Interkulturelle Bibliotheksarbeit.

Für die Interkulturelle Bibliotheksarbeit gibt es zahlreiche Materialien in mehreren Sprachen, u.a. Vorlagen zur Verwendung im bibliothekarischen Alltag, Links zu Nachschlagewerken, Wörterbüchern und Web-Portalen.

Die Internetplattform beinhaltet auch viele Tipps zum Bestandsaufbau und Bestandsvermittlung für die Gruppen: Sachliteratur, Belletristik, Deutsch-Lern-Materialien und Muttersprachenförderung. Fertige Literaturlisten sind ebenfalls abrufbar. Zur Medienbeschaffung gibt es auch eine Auflistung von Bezugsquellen für fremdsprachige Medien.

Auf der Website finden sie gelungene nationale Praxisbeispiele:

  • Bibliothekseinführungen und Veranstaltungsarbeit in Köln, Frankfurt a.M., München und Dietzenbach.

     

  • Sprachförderung und Programmarbeit für Kinder und Erwachsene in Hagen, Neukölln, Duisburg, Frankfurt a.M., München, Stuttgart, Nürnberg und Hamburg.

     

  • Programme wie Buchstart und Lesetütenaktionen.

     

  • Veranstaltungsangebote (Autoren, Ausstellungen etc.) für die interkulturelle Bibliotheksarbeit.