06.11.2012

Ausbildungswege

Es gibt verschiedene Ausbildungswege und auch Möglichkeiten, die dich auf deinem Weg ins Berufsleben unterstützen können. Hier erhältst du einen groben Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten. Zusätzlich solltest du dich gut und kompetent beraten lassen. Kostenlose und kompetente Beratung erhältst du von Lehrerinnen und Lehrern der Berufskollegs, bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im JobCenter und in anderen Einrichtungen.

Ausbildungswege
In Deutschland stehen dir als Schulabgänger/-in je nach Bildungsabschluss verschiedene Möglichkeiten zur Berufsausbildung offen:

Anerkannte duale Ausbildungsberufe (ca. 350 Ausbildungsberufe nach BBiG)
Hier erlernst du deinen Beruf sowohl in der Berufsschule wie auch in einem Betrieb. Praxis und Theorie wechseln sich somit ab.
Nähere Erläuterungen folgen auf den Seiten zum Berufskolleg.
Es kann sein, dass einem Betrieb nicht genügend praktische Lehrmittel zur Verfügung stehen. Deshalb gibt es in vielen Ausbildungsberufen (vor allem im Handwerk) überbetriebliche Ausbildungsabschnitte, die in anderen Einrichtungen durchgeführt werden, z. B.

  • bei der Kreishandwerkerschaft Hellweg (Unna und Soest),
  • im Ausbildungszentrum Bönen der Kfz-Innung Hamm,
  • in der Bäckereifachschule Olpe.

Schulische Ausbildung:


Berufsfachschulen:

Gesundheits- und sozialpädagogische Berufe (z. B. Gesundheits- und Krankenpfleger/-in), Sekretariats- und Fremdsprachenberufe (z. B. Fremdsprachenkorrespondent/-in) sowie Berufe, die nach Bundes-/Landesrecht ausgebildet werden (z. B. Technische Assistenten/Assistentinnen verschiedener Fachrichtungen)

Fachschulen:
Meister- und Technikerausbildungen (z. B. Bekleidungstechniker/-in), staatlich geprüfte Betriebswirte/-wirtinnen, geprüfte Wirtschaftsinformatiker/-innen, aber auch Altenpfleger/-innen, Erzieher/-innen, Hauswirtschafter/-innen u. a.

In Nordrhein-Westfalen werden alle Ausbildungen (betriebliche und schulische) an Berufskollegs gelehrt, man nennt sie deshalb auch berufsbildende Schulen. Neben den Berufskollegs gibt es noch andere Einrichtungen, wie z. B. die Berufsbildungseinrichtungen in privater oder konfessioneller Trägerschaft, an denen ebenfalls Ausbildungen und höhere Schulabschlüsse erreicht werden können. Darunter fallen z. B. auch spezielle Schulen für Hebammen, Ergotherapeuten/-therapeutinnen, Logopäden/Logopädinnen oder Rettungsassistenten/-assistentinnen.

Sonderausbildungen für Abiturienten:
z. B. Führungsassistent/-in 0 Einzelhandel, Handelsassistent/-in 0 Einzelhandel, Handelsfachwirt/-in, Technologiekollegiat/-in 0 Maschinentechnik, Technische/r Betriebswirt/-in – Handwerk, Internationale/r Marketingassistent/-in

Berufsakademieausbildung:
Die Berufskammern und -verbände bieten ebenfalls Ausbildungen an, die größtenteils die Fachhochschulreife oder die Hochschulreife voraussetzen
z. B. Betriebswirt/-in (BA), Technische/r Betriebswirt/-in (BA), Dipl.-Fitnessökonom/-in  (BA), Dipl.-Ing. (BA), Dipl.-Sozialwirt/-in (BA) oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (BA)

Berufe nach Hochschulausbildung, siehe Studium

Beamtenberufe

Unterstützungsmöglichkeiten
Es gibt folgende Möglichkeiten der Unterstützung:

Unterstützung bei der Berufs- und Ausbildungsvorbereitung:

  • Berufsvorbereitende Maßnahmen (BVM): Diese Maßnahmen der Agentur für Arbeit dienen der beruflichen Orientierung und der Vermittlung von grundlegenden beruflichen Fähigkeiten, über die du verfügenmusst, wenn du eine Ausbildung aufnehmen möchtest. Hier kannst du den Hauptschulabschluss nachholen. Berufsvorbereitende Maßnahmen werden von Bildungsträgern und ähnlichen Einrichtungen angeboten.
  • Berufsgrundschuljahr (BGJ): Im Berufsgrundschuljahr der Berufskollegs kannst du eine berufliche Grundbildung in einem bestimmten Berufsfeld (z. B. Metall) erwerben. Du solltest vor Beginn möglichst schon wissen, welche Berufsrichtung du einschlagen willst. Voraussetzung für die Teilnahme ist der Hauptschulabschluss Klasse 10. Ist er nicht vorhanden, kann vor dem BGJ das Berufsorientierungsjahr (Vorklasse) besucht werden. Außerdem ist der Erwerb eines mittleren Schulabschlusses im BGJ möglich.
  • Einstiegsqualifizierung Jugendlicher (EQJ): Hierunter fallen betriebliche Praktika, die 6 bis 12 Monate dauern. Sie sind einer Ausbildung sehr ähnlich und haben das Ziel, einen Ausbildungsplatz – am besten im selben Betrieb – zu erhalten. Die EQJ findet in einem anerkannten Ausbildungsberuf statt, lehnt sich an dessen Ausbildungsrahmenplan an und ist mit begleitendem Besuch der Berufsschule verbunden. Die Zeit der EQJ wird später i. d. R. auf die Ausbildungsdauer angerechnet. Angeboten wird die EQJ von der Arbeitsagentur oder den JobCentern, durchgeführt wird sie in Ausbildungsbetrieben.

Unterstützung der Ausbildung:

  • Außerbetriebliche Ausbildung (BaE): Für Ausbildungsplatzsuchende, die durch eine betriebliche Ausbildung überfordert wären, werden duale Ausbildungen auch bei Bildungsträgern angeboten. Inhalte und Abschluss gleichen denen der dualen betrieblichen Ausbildung. Da die Ausbildung aber in den Werkstätten von Bildungsträgern stattfindet und durch Sozialpädagogen/-pädagoginnen begleitet wird, bestehen viel bessere Möglichkeiten, auf die individuellen Stärken und Schwächen des Auszubildenden einzugehen.
  • Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH): Für Auszubildende in der betrieblichen Ausbildung, die zum Erreichen des Ausbildungsziels Hilfe benötigen, gibt es die sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen. In der Freizeit wird der Auszubildende dabei unterstützt, sich fachlich und schulisch zu verbessern. Wenn die persönliche oder soziale Situation schwierig ist und die Ausbildung behindert, bekommt er sozialpädagogische Beratung und Hilfen. AbH können die Ausbildung von Beginn an begleiten, aber auch jederzeit während der Ausbildung begonnen werden, sobald Probleme sichtbar werden.

BaE und abH sind nicht frei wählbar, sondern werden nur denen gewährt, die ohne diese Unterstützung eine Ausbildung nicht erfolgreich abschließen können. Dafür sind sie kostenlos. Du kannst dich bei der Agentur für Arbeit oder beim kommunalen JobCenter beraten lassen und bei Bedarf einen Antrag stellen. Folgende Bildungseinrichtungen in Hamm bieten diese Unterstützungen an:
Kolping Bildungszentrum (BaE, abH)

  • Strüverhof (BaE, Werker-Ausbildungen)´
  • Arbeiterwohlfahrt Ahlen in Hamm (BaE Hauswirtschaft und Friseur/-in)
  • Jugendgemeinschaftswerk (abH)
  • Lernen Fördern (abH)

Trau dich und lass dich beraten!