25.08.2015

Bestandsanalyse

Wer bei Bus und Bahn etwas verbessern möchte, muss zunächst Stärken und Schwächen des heutigen Angebots kennen.
Als Grundlage für den Nahverkehrsplans 2005 wurden daher zunächst die heutigen Fahrpläne und Linienwege einer kritischen Prüfung unterzogen. 

Auch ein Vergleich mit den Nachbarstädten und –kreisen ergab wichtige Aufschlüsse über die Qualität des Hammer Nahverkehrs.

Die umfangreiche Bestandsanalyse brachte folgende Ergebnisse, die bei der Planung der konkreten Maßnahmen des NVP berücksichtigt wurden:

  • Im regionalen Vergleich verfügt die Stadt Hamm über ein angemessenes Leistungsangebot.
  • Die Hauptaufgabe des Hammer ÖPNV besteht in der Anbindung aller Ortsteile an die Innenstadt.
  • Diese Funktion muss, u.a. durch Fahrplan- und Tarifmaßnahmen, weiter gestärkt werden.
  • Der wachsende Freizeitverkehr muss bei der Angebotsplanung stärker berücksichtigt werden.
  • Die derzeit oft umwegigen Linien müssen zu Gunsten von mehr Transparenz und höheren Reisegeschwindigkeiten gestrafft werden.
  • Die Bezirkszentren müssen von allen Hauptbuslinien (auch Regionalverkehr) bedient werden.
  • Bestehende Kapazitätsengpässe, insbesondere im morgendlichen Berufsverkehr, müssen abgebaut werden.
  • Im Interesse der Wirtschaftlichkeit muss das Fahrplanangebot in Teilbereichen der tatsächlichen Nachfrage angepasst werden.
  • Der in Hamm stark im Aufwärtstrend befindliche Schienennahverkehr muss konsequent gefördert werden. Hierzu zählen die Modernisierung vorhandener und der Bau neuer Haltepunkte ebenso wie der Streckenausbau und die bessere Verknüpfung Bus/Schiene.

Im Jahr 2008 erfolgte im Rahmen einer Fahrgastzählung eine umfassende Bestandsaufnahme der Fahrgastnachfrage im Busverkehr. Wichtige Ergebnisse waren:

  • In Hamm nutzen täglich ca. 46.000 Fahrgäste den Bus. Die Fahrgastnachfrage blieb damit auf dem Niveau von dem Jahr 2000, obwohl im gleichen Zeitraum die jährliche Gesamtbetriebsleistung im Hammer Busverkehr von ca. 4,2 Mio. auf ca. 4,1 Mio. Buskilometer abnahm. Der Busverkehr ist folglich wirtschaftlicher geworden, ohne dass die Qualität gelitten hat   
  • Die höchste Fahrgastnachfrage war mit über 16% in der Frühverkehrsspitze (von 7-8:00 Uhr).
  • Der Anteil der Schüler an der Gesamtzahl der Fahrgäste beträgt ca. 38%.
  • Die wichtigste Haltestelle ist der Busbahnhof am Willy-Brandt-Platz mit täglich über 11.000 Fahrgästen/Tag.
     

Im Jahr 2010 wurde eine Analyse der Fahrgastnachfrage im Wochenendverkehr durchgeführt. Die Ergebnisse der Fahrgastbefragung dienten als Grundlage für die Überplanung des Busangebotes am Wochenende.