28.09.2017

Seilfahrt

Eines der ungewöhnlichen, "besonderen" Projekte im Lippepark ist das im Sommer 2011 realisierte Projekt "Seilfahrt". Die Projektidee stammt aus der Bürgerschaft - in diesem Fall von den Schülerinnen und Schülern der Michael-Ende-Schule. Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit dem Künstler Helmut Berger. Entlang des ca. 1100 m langen Radweges auf dem Schacht-Franz-Gelände von der Dortmunder zur Lünener Straße entstand das künstlerische Kooperationsprojekt „Seilfahrt“:

Das Konzept der "Seilfahrt" besteht darin,  die Tiefe des ehemaligen Schachtes Franz (1013 m) in die waagerechte Ebene zu übertragen und durch ein symbolisches "Förderseil" und Stelen auf Höhe der unter Tage liegenden Sohlen entlang des Weges darzustellen. Daneben zeigen Kunstobjekte aus originalen Bergbaumaterialien die Bergbauvergangenheit des Standortes auf.  Der Künstler Helmut Berger hatte gemeinsam mit Schülern der Michael-Ende-Schule aus Herringen das Konzept für das Projekt erarbeitet und sich damit erfolgreich beim Ideenwettbewerb zu "Im Westen was Neues" von Volksbank Hamm und Westfälischem Anzeiger beworben. 

Nach dem plötzlichen Tod von Helmut Berger am 11. April 2015 steht  das Projekt "Seilfahrt" auch als Erinnerung an sein künstlerisches Schaffen, an seine  Verbindung zum Bergbau sowie an sein besonderes Engagement für die Arbeit mit Kindern.


Als erstes Element wurden Schienen entlang des gesamten Radweges verlegt. Sie symbolisieren die Länge der ehemaligen 1013 m langen "Seilfahrt" (des Förderseils) unter Tage von der Erdoberfläche (Einstieg an der Dortmunder Straße) bis zur untersten Sohle (am nördlichen Ende des Radwegs an der Lünener Straße). Auf Freiflächen entlang des Weges wurden sieben Kunstwerke ergänzt. Die Schüler der Michael-Ende-Schule haben nicht nur am Konzept mitgewirkt oder beispielsweise die Vermessungsarbeiten für das Projekt vor Ort aktiv mit begleitet - sie arbeiteten auch direkt an der Herstellung der Kunstobjekte mit. Im Bauhof Herringen hatten der Künstler Helmut Berger und die Schüler eine Werkstatt gefunden, in der sie die alten Bergbaumaterialien in Kunstobjekte verwandeln.

Die Stelen entlang des Weges zeigen die vier Sohlen des Schachtes Franz an, die es unter Tage gab - und zwar in der jeweiligen Entfernung bzw. "Tiefe" vom Einstieg an der Dortmunder Straße. Dadurch lässt sich beim Laufen oder Fahren auf dem Weg nachempfinden, wie tief der ehemalige Schacht war und welche Distanzen die Bergleute früher bei der Seilfahrt, also der Fahrt ins Bergwerk, zurück gelegt haben. Die Einweihung des Projektes "Seilfahrt" fand am 06.09.2011 statt.  

Dieses Projekt wird gefördert durch:

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