31.05.2017

Planungsprozess „Am Hallohpark“ - Die Wiederbelebung des Grundstücks der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule -

Die Aufgabenstellung

Der insgesamt etwa 2,8 ha große Entwicklungsbereich der ehemaligen Albert-Schweitzer-Hauptschule und ihres unmittelbaren Umfeldes befindet sich nördlich der Oswaldstraße und der Eichstedtstraße im östlichen Randbereich des Stadtteilzentrums von Hövel.

Aufgrund sinkender Schülerzahlen und vor dem Hintergrund der aktuellen Landesbildungspolitik, die die Entstehung von Sekundarschulen fördert, fusionierte die Albert-Schweitzer-Schule im Jahre 2014 mit der Hardenbergschule. Der Standort der Albert-Schweitzer-Schule wurde in diesem Zusammen­hang aufgegeben. Die Schulgebäude wurden Mitte 2016 abgebrochen.

Daher stellt sich die Frage nach einer städtebaulich sinnvollen Nachnutzung des Schulgeländes. Einerseits soll ein längeres Brachliegen nebst möglicher negativer Ausstrahlungswirkungen auf das Umfeld vermieden werden, zum anderen erfordert die zentrale und prominente Lage des Areals in­nerhalb des Siedlungsgefüges von Hövel eine vertiefte und sensible planerische Herangehensweise, um die stadtentwicklungsbezogenen Potentiale, die sich aus der künftigen Flächenentwicklung erge­ben können, optimal auszuschöpfen.

Der aus dem Jahre 1968 stammende, aktuell rechtskräftige Bebauungsplan Nr. 06.017
- Römerstraße - trifft für den überwiegenden Teil des Planbereiches die Festsetzung „Gemeinbedarfsfläche“ mit der Zweckbestimmung „Volksschule“. Somit geht jede Art der künftigen Reaktivierung des Entwicklungsareals mit einer erforderlichen Novellierung der planungsrechtlichen Vorgaben (u.a. Neuaufstellung eines Bebauungsplans) einher.

Der Planungsprozess

Um der städtebaulichen Bedeutung des Entwicklungsbereiches im Hinblick auf seine zentrale Schnittstellenlage im Zentrum von Hövel gerecht werden zu können, wird das Aufstellungsverfahren des Bebauungsplans durch einen vorgeschalteten, breit angeleg­ten Planungsprozess vorbereitet:

Phase 1 - Planungsausschreibung und Bürgerworkshop

Diese Phase des Planungsprozesses wurde bereits abgeschlossen. In einem ersten Schritt sind 3 Planungsbüros aus Hamm mit der Erarbeitung unterschiedlicher städtebaulicher Entwicklungskonzeptionen beauftragt worden. Bevor die Arbeit der Büros begann, wurde am 15. November 2016 zunächst eine Auftaktveranstaltung in Form eines Bürgerworkshops in der Sophie-Scholl-Gesamtschule durchgeführt.

Eine breit gestreute Einladung zu dieser öffentlichen Veranstaltung, deren Moderation Herr Professor Kunibert Wachten (Büro Scheuvens + Wachten, Stadt- und Regionalplanung, Dortmund)  übernahm,  erging an Vereine, Institutionen, Verbände, Händler und Dienstleister des Stadtbezirks sowie an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die in Bockum-Hövel wohnen, arbeiten oder ihre Freizeit dort verbringen.

Am Workshopabend zeigte sich eine gute Resonanz auf die Einladung. An 3 Themeninseln zu den Bereichen
- Wohnen und Wohnformen,
- Freiraum, Erholung und Freizeit sowie
- Infrastruktur, Handel und Dienstleistungen
wurde lebhaft diskutiert. Als Arbeitsergebnis entstand eine umfängliche Sammlung erster Entwicklungsideen sowie möglicher Bindungen und Restriktionen. Den hier zunächst in beobachtender Rolle involvierten Fachplanungsbüros diente der auf diese Weise entstehende Ideen-Pool als Grundlage für ihre nachfolgende konzeptionelle Arbeit.

Phase 2 - Planungszeitraum 1

In der Phase 2 des Planungsprozesses erarbeiteten die beauftragten Planungsbüros auf Basis der Workshopergebnisse städtebauliche Rahmenkonzeptionen für die aus ihrer Sicht sinnvolle künftige Entwicklung des Planungsbereiches „Am Hallohpark“.

Phase 3 - Auswahlverfahren und Präsentation

Eine Kommission bestehend aus Vertretern der örtlichen Politik, Herrn Professor Kunibert Wachten als externen fachkundigen Stadtplaner sowie aus der Fachverwaltung hat die fertiggestellten städtebaulichen Entwürfe im Rahmen einer Bürgerversammlung, die am 07.03.2017 in der Sophie-Scholl-Gesamtschule stattfand, bewertet.

Den Planungsbüros wurde im Zuge dieser Veranstaltung, die auf eine rege Resonanz stieß, Gelegenheit gegeben, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit und dem Auswahlgremium vorzustellen und mit den Bürgern zu diskutieren. Direkt anschließend erfolgte eine abschließende Beratungsrunde der Kommission. Herr Professor Wachten präsentierte sodann der anwesenden Bürgerschaft das Ergebnis der Bewertung. Stimmige Entwurfselemente wurden herausgestellt und als Grundlage für die nachfolgende städtebauliche Plankonkretisierung fixiert. Alle drei städtebaulichen Entwicklungskonzepte haben die Entwicklung eines Wohnquartiers auf dem brachgefallenen Schulgrundstücke zum Gegenstand. Die Entwürfe unterscheiden sich jedoch grundlegend z.B. im Hinblick auf Erschließung, bauliche Dichte und freiraumplanerische Aspekte, so dass ein guter „Baukasten“ für nachfolgende Planung entstanden ist.

Die Plankonkretisierung wird im Stadtplanungsamt auf Grundlage eines Ratsbeschlusses zur Aufstellung des neuen Bebauungsplans vorgenommen. Dieser entsprechende Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 06.088 - Am Hallohpark - ist in der Ratssitzung am 23. Mai 2017 erwirkt worden.

Phase 4 und 5 - Investorensuche und Aufstellung eines Bebauungsplans

Grundlegend für die letztendliche Umsetzung der ausgewählten und beschlossenen Vorzugskonzeption ist die Mobilisierung geeigneter Investoren. In Abhängigkeit von den einzelnen Nutzungsbausteinen der städtebaulichen Entwicklungsplanung wird demnach eine gezielte Investorensuche zu betreiben sein. Möglicherweise muss zusätzlich auch ein Träger für den Bau von Erschließungsanlagen gefunden werden.

Anschließend oder parallel dazu werden die planungsrechtlichen Verfahren der Neuaufstellung eines Bebauungsplans sowie die darauf abgestimmte Berichtigung des Flächennutzungsplans betrieben. Mit dem Satzungsbeschluss des Rates für den Bebauungsplan endet der Planungsprozess „Am Hallohpark“. Die Umsetzung kann sodann beginnen.

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